Die 4. Monat Schlaf-Regression – Alles was du wissen musst

Während der 4. Monat Schlafregression verändert sich das Schlafverhalten deines Babys grundlegend. Es kann nun gut sein, dass es häufiger wach wird, länger braucht um einzuschlafen oder tagsüber kürzer schläft. Diese Phase kann von ein paar Tagen bis zu mehrere Wochen dauern.

Inhaltsverzeichnis

Letzte Woche war die Welt noch in Ordnung. Dein Baby ist ohne Probleme eingeschlafen und vielleicht habt ihr bereits eine längere Schlafphase in der Nacht gehabt. Und jetzt, zack, ist alles wieder anders.

Vielleicht stillst du in der Nacht plötzlich wieder viel mehr als sonst oder aber dein Baby verlangt öfter die Flasche. Möglicherweise fällt ihm jetzt das Einschlafen schwer und es weint sogar ganz bitterlich dabei.

Nun machst du dir vielleicht Sorgen, was du falsch gemacht hast oder was plötzlich mit deinem Baby los ist. 

Sei unbesorgt liebe Mama, du hast nichts falsch gemacht und dein Baby verhält sich ganz normal.

Sehr wahrscheinlich befindet ihr euch mitten in der 4. Monat Schlafregression, die bekannt dafür ist, den Schlaf von Babys ordentlich zu verändern.

Wichtige Informationen zur Schlafregression vorab

Bevor wir nun so richtig mit dem Artikel starten, möchte ich vorab darauf hinweisen, dass die Schlafregressionen wissenschaftlich nicht belegt sind. Der Begriff wird von vielen Schlafexperten benutzt, um die typischen Phasen zu beschreiben, in denen viele Babys plötzlich wieder schlechter schlafen.

Es verhält sich also ähnlich wie mit den bekannten „Entwicklungsschüben“, die auch keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Bei denen sich aber viele Familien mit ihren Babys wiederfinden.

Ob man jetzt also an die Schlafregressionen „glaubt“ oder nicht und was man mit den Informationen anfängt, muss man für sich selbst entscheiden.

Wir benutzen den Begriff, da auch wir häufig sehen, dass die Kinder unserer Klienten oder der Community zu diesen bestimmen Zeiten schlechter schlafen.

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Warum kommt es zur 4. Monat Schlafregression?

In diesem Zeitraum, also wenn dein Baby ungefähr 3-4 Monate alt ist, findet eine dauerhafte Veränderung des Schlafverhaltens auf neurologischer Ebene statt.

Der Schlafrhythmus deines Babys wird mehr wie der eines Erwachsenen.

Moment mal, fragst du dich jetzt vielleicht.

Der Schlaf meines Babys ist weit entfernt von „alleine Einschlafen“ und „Durchschlafen“!

Ja, das ist damit leider auch nicht gemeint und total normal.

Verändern tut sich der Schlafzyklus. Bisher hat dein Baby beim Schlafen lediglich zwischen einem sehr tiefen Schlaf und dem aktiven Schlaf (REM) unterschieden. Deshalb waren auch schon manchmal längere Schlafphasen möglich.

Nun aber teilt sich der tiefe Schlaf(NREM) in drei Phasen auf. Zusammen mit dem Rem-Schlaf ergibt es den „neuen“ Schlafzyklus, der durchschnittlich ca. 90-120 Minuten dauert.

Nach einem Schlafzyklus wacht dein Baby jetzt kurz auf (wir Erwachsene übrigens auch!), checkt, ob alles ok ist und schläft dann entweder weiter oder macht auf sich aufmerksam.

Grafik 4. Monat Schlafregression, vorher: Baby schläft. Nachher: Baby weint

Da die meisten Babys Hilfe beim Einschlafen benötigen, kann es nun also sein, dass dein Baby ca. alle 90-120 Minuten in der Nacht wach wird und Hilfe beim Weiterschlafen braucht. Selbstverständlich kann es auch sein, dass es Hunger hat oder ein anderes Bedürfnis.

Doch nicht nur der Schlafzyklus verändert sich, auch andere Dinge können den Schlaf in diesem Alter schwieriger machen:

  • Dein Baby möchte jetzt vielleicht öfter Stillen oder die Flaschen nachts, da es tagsüber weniger Zeit dafür hat, alles ist so wahnsinnig spannend und aufregend!
  • Dein Baby nimmt nun noch mehr wahr, das birgt das Risiko für eine Überreizung, die das Einschlafen erschweren kann
  • Viele Babys brauchen nun etwas weniger Schlaf, zu viel Tagschlaf kann dazu führen das dein Baby Schwierigkeiten mit dem Nachtschlaf hat

Manche Babys fangen nun an sich zu drehen oder üben es ganz fleißig, auch das hat einen Einfluss auf den Schlaf

Welche Anzeichen gibt es für die 4. Monat Schlafregression?

Die 4. Monat Schlafregression kommt üblicherweise wie aus dem Nichts. Wenn sich das Schlafverhalten deines Babys plötzlich stark verändert und du es durch nichts anderes erklären kannst, wie zum Beispiel eine Krankheit, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Schlaf aufgrund der Schlafregression verschlechtert hat.

Typische Anzeichen sind:

  • Häufiges Aufwachen in der Nacht – Meist alle 1-2 Stunden
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen – Dauert länger und/oder mit Weinen verbunden
  • Kurze Tagesschläfchen – 20-45 Minuten

Wie lange dauert die 4. Monat Schlafregression?

Die Veränderungen im Schlafverhalten bei dieser Regression sind dauerhaft. Doch keine Sorge, das heißt nicht, dass die Schwierigkeiten mit dem Schlaf für immer bleiben.

Häufig schlafen die Babys nach ein paar wenigen Wochen schon wieder viel besser, ohne dass man etwas tun muss.

Bitte lass dir nicht einreden, dass dein Baby, wenn es nun schlecht schläft, auf jeden Fall noch die nächsten Monate und Jahre so schlecht schläft und du dringend daran arbeiten solltest, dass dein Baby zum Beispiel alleine einschläft.

Das ist Blödsinn und wir sehen bei vielen Familien, dass dies wirklich nicht nötig ist.

Einschlafbegleitung ist ganz normal und für viele Babys die entspannteste Möglichkeit in den Schlaf zu kommen. Es schließt das Durchschlafen, wenn dein Baby dazu bereit ist, auch überhaupt nicht aus.

Selbstverständlich ist es anstrengend, wenn dein Baby nun alle 1-2 Stunden wach wird und vielleicht das Stillen oder das Tragen braucht, um wieder in den Schlaf zu kommen.

Sollte dies für dich oder für euch als Familie nicht mehr funktionieren, dann kannst du jederzeit etwas daran ändern. Doch mache dies wirklich erst, wenn du das wirklich möchtest und nicht aus Angst dein Baby an etwas zu gewöhnen.

Gibt es weitere Schlafregressionen?

Du kennst es vielleicht von den Entwicklungsschüben. Gerade ist einer vorbei, schon deutet sich der nächste an.

Auch bei den Schlafregressionen gibt es mehrere. Nach der 4. Monat Schlafregression verschlechtert sich der Schlaf bei einigen Kindern (nochmal)  ungefähr zu folgendem Zeitpunkt:

8 Monate

12 Monate

18 Monate

2 Jahre

7 Tipps, um die Schlafregression mit deinem Baby gut zu meistern

1. Genügend Zeit neue Fähigkeiten zu üben

Vor allem im ersten Lebensjahr lernen Babys unfassbar viel in einer sehr kurzen Zeit. Auch mit rund 3-4 Monaten ist das so. Einige Babys fangen jetzt an sich zu drehen oder verbringen in Vorbereitung dahin sehr viel mehr Zeit in Bauchlage. 

Manchmal ist es gar nicht so ersichtlich, aber Babys verbringen viel Zeit damit neue Fähigkeiten zu üben und Muskeln aufzubauen, um die nächsten Schritte zu meistern.

Wenn ein Baby dazu nicht ausreichend Gelegenheit hat, kann es gut sein, dass es Schwierigkeiten mit dem Schlaf bekommt. Es sucht dann eventuell Möglichkeiten in der Nacht seine Fähigkeiten auszuprobieren oder hat auch Schwierigkeiten beim Einschlafen.

Aber keine Sorge, das ist nur dann ein Problem, wenn dein Baby sehr viel Zeit in sogenannten „Containern“ verbringt. Also Orte, an denen es sich nicht viel bewegen kann wie ein Maxi-Cosi, Wippen oder Hängematten. 

Wenn es dort deutlich viel mehr Zeit verbringt als außerhalb, dann kann es zu Schwierigkeiten führen.

Wenn du dein Baby sehr viel trägst in einem Tuch oder in einer Trage, dann brauchst du dir aber keine Sorgen machen, das ist etwas ganz anderes und hier bekommt dein Baby auch viel Input durch deine Bewegungen.

2. Sei nachsichtig mit dir und deinem Baby

Diese Zeit ist hart. Sich um ein Baby zu kümmern ist eine erfüllende, aber gleichzeitig unfassbar anstrengende Aufgabe. In der heutigen modernen Welt ist die Unterstützung durch andere bei der Erziehung der Kinder ziemlich gering. Das Sprichwort, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen ist schon ziemlich passend.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, dass sich mehrere Generationen oder ganze Gemeinschaften gemeinsam um Kinder gekümmert haben.

Also mach dir bewusst, du machst einen großartigen Job, der eigentlich für viele Personen gedacht ist. Dein Baby will dich nicht ärgern, wenn es die Wahl hätte wäre es viel lieber entspannt und zufrieden und hätte keine Schwierigkeiten mit dem Schlaf.

3. Passe deine Erwartungen an

Babys schlafen mit 4 Monaten durch. Babys brauchen nachts mit spätestens 6 Monaten keine Nahrung mehr. Babys legt man ins Bettchen und dann schlafen sie.

Leider sind diese Meinungen noch sehr weit verbreitet.

Gibt es Kinder, die man ins Bettchen legt und bereits sehr früh durchschlafen? Ja, die gibt es, aber das ist sehr selten.

Häufiger wollen Babys in den Schlaf begleitet werden und wachen auch noch zum Teil im zweiten Lebenshalbjahr regelmäßig in der Nacht auf, um zu trinken oder um sich zu vergewissern, dass Mama noch da ist. 

Wir müssen dringend dafür sorgen, dass sich diese Wahrheit in der Gesellschaft verbreitet, denn dann ist auch der Druck und die Erwartungen bei Familien nicht so hoch. Und vielleicht, das ist meine größte Hoffnung, gibt es dann mehr Unterstützung und Hilfe für Familien.

4. Achte auf die Anzeichen deines Babys

Um deinem Baby den Schlaf zu ermöglichen, den es braucht, ist es am besten auf seine Anzeichen von Müdigkeit zu achten. Denn dann erwischst du womöglich den idealen Zeitpunkt, um dein Baby hinzulegen und es hat am wenigsten Schwierigkeiten mit dem Einschlafen.

Ist dein Baby noch nicht müde genug, fehlt ihm Schlafdruck und das Einschlafen ist schwierig und langwierig. 

Ist dein Baby aber bereits zu müde, kann das ebenso das Einschlafen erschweren. Viele Kinder sind dann überreizt und brauchen viel Beruhigung, um einzuschlafen.

Aber ganz ehrlich, so einfach mit den Müdigkeitsanzeichen ist es auch nicht. Ich kann da aktuell nur wieder aus Erfahrung mit meinem 7 Monate (Stand April 2022) alten Baby sprechen, das nur Müdigkeitsanzeichen zeigt, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Deswegen mein Tipp an dich auch immer mit einem Auge bei der Uhrzeit zu sein und zu schauen wie lange es bereits mit dem letzten Schlaf her ist. 

4 Monate alte Babys brauchen meist eine Wachzeit von ca. 90-120 Minuten, aber auch hier gibt es große Unterschiede, deswegen musst du da immer ganz individuell auf dein Kind schauen.

5. Nutze alles, um Tagesschläfchen zu unterstützen

Mit ca. 3-4 Monaten gibt es bei vielen Babys auch Schwierigkeiten mit den Tagesschläfchen. Nicht selten kriegen wir verzweifelte Nachrichten von Mamas, deren Babys plötzlich nur noch kurz schlafen.

Das ist ganz normal. Der Tag-Nacht-Rhythmus hat sich nun etabliert, das heißt das Baby schläft nun mehr in der Nacht und die Tagesschläfchen entwickeln sich. Nur leider dauert es bei einigen Babys, bis sich dies so richtig eingependelt hat.

Tagesschläfchen von 30 bis 45 Minuten sind also nun total normal und es kann leider sogar bis zum 6.-7. Monat dauern, bis diese länger werden.

Was du jedoch tun kannst, ist zu versuchen die Tagesschläfchen zu verlängern. Vor allem, wenn dein Baby nach den kurzen Schläfchen noch müde erscheint, solltest du nichts unversucht lassen.

Am besten bist du direkt zur Stelle, wenn dein Baby nach zum Beispiel 30 Minuten wieder wach wird und hilft ihm so zurück in den Schlaf wie es eingeschlafen ist.

6. Achte auf eine gute Schlafhygiene

Eine gute Schlafhygiene ist nicht nur für Erwachsene wichtig, auch für Babys ist sie eine wichtige Grundlage für einen guten und erholsamen Schlaf.

Im Großen und Ganzen sollte man hier vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Viel Zeit draußen und ausreichend Bewegung (siehe auch Punkt 1)
  • Regelmäßige Schlafenszeiten (ja bei kleinen Babys schwierig, aber nun wird es bald leichter einen regelmäßigen Tagesablauf einzuführen)
  • Ein liebevolles und regelmäßiges Einschlafritual
  • Eine schlaffördernde Umgebung 

7. Führe entspannende und funktionierende Schlafassoziationen ein

Wenn du uns schon länger kennst, dann weißt du, dass wir Schlafassoziationen lieben!

Häufig werden die Schlafassoziationen als „negativ“ beschreiben und als Ursache, warum dein Baby nachts so oft aufwacht. Aber sollen wir dir mal etwas verraten?

Die Schlafassoziationen sind es, die deinem Baby, wenn es so weit ist, dabei helfen, selbstständig einzuschlafen und durchzuschlafen. Super, oder?

Das Prinzip ist ganz einfach. Babys brauchen zum entspannten Schlafen vor allem 2 Dinge: Ausreichend Müdigkeit (wir nennen es auch häufig Schlafdruck) und es muss sich geborgen und sicher fühlen.

Babys fühlen sich vor allem sicher und geborgen bei ihrer Eltern und engen Bindungspersonen. Deswegen lieben sie es so sehr in den Schlaf begleitet zu werden und wachen nachts auch noch auf, um sicherzugehen, dass alle geliebten Menschen noch in der Nähe sind.

Doch nach und nach, kann dein Baby lernen, dass ihm auch andere „Dinge“ Geborgenheit und Sicherheit geben oder zumindest über diese kurzzeitige Trennung, die der Schlaf nun mal ist, hinweg helfen können.

Schlafassoziationen können ganz viele Dinge sein. Von Geräuschen, Gerüchen, von „Tätigkeiten“ wie zum Beispiel das Stillen oder Tragen, bis hin zu Gegenständen (Kuscheltiere und Co. bitte erst ab 1 Jahr einführen) lässt sich vieles als liebgewonnene Schlafgewohnheit einführen. 

Entscheidet als Familie, was sich für euch richtig anfühlt und schaut selbstverständlich auch auf euer Baby. Je jünger es ist, desto mehr „von euch“ wird es als Schlafhilfe brauchen.

Unser Tipp: Je mehr Schlafassoziationen, umso besser. Am besten aus ganz unterschiedlichen Kategorien. 

Fazit

Die 4. Monat Schlafregression trifft viele Babys. Und zeitweise kann es ganz schön schwierig werden. Einschlafschwierigkeiten, häufiges Aufwachen und kurze Tagesschläfchen können jetzt euren Alltag prägen. 

Doch all das geht vorbei und sehr wahrscheinlich schon in ein paar wenigen Tagen bis Wochen.

Versuch dich darauf zu konzentrieren, dass diese Phase bedeutet, dass dein Baby sich weiterentwickelt. 

Wenn du dir mehr Sorgen über den Schlaf deines Kindes machst, dann zögere nicht dich bei uns zu melden, wir helfen dir gern weiter!

Welche Erfahrungen hast du mit der 4. Monat Schlafregression gemacht? Hast du feststellen können, dass dein Baby plötzlich schlechter schläft?

Endlich mehr Schlaf für dich und dein Baby!

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Josy

Gründerin von Schlummerliebe, ausgebildete Schlafberaterin und Mama von 3 Kindern