Wie die 2-3-4 Stunden Regelung deinem Baby beim Schlafen helfen kann

Vielleicht hast du schon mal von dieser Regelung gehört. Vielleicht denkst du dir aber auch: Wie  soll eine Regelung deinem Kind beim Schlafen helfen?

Wenn du aber ein Baby hast, das über 7 Monate alt ist, oder bereits auf zwei Tagesschläfchen reduziert hat, dann kann diese Wachzeiten-Regelung ein wahrer Segen für euch sein.

Wofür ist die 2-3-4 Stunden Regelung gut?

Die Zahlen/Stunden dieser Regelung stehen für die Wachzeiten, die dein Baby zwischen zwei Schläfchen wach sein darf/sollte ohne zu Übermüden oder nicht müde genug zu sein.

Das heißt also 2 Stunden Wachzeit nach dem morgendlichen Aufwachen, dann kommt das Morgenschläfchen. Nach drei weiteren Stunden kommt das Mittagsschläfchen. Danach 4 Stunden Wachzeit und dann die Bettzeit.

Ab wann ist diese Regelung geeignet?

Diese Regelung eignete sich meist für Babys ab dem Alter von 7-8 Monate, oder wenn dein Baby bereits auf 2 Schläfchen reduziert hat und diese auch ausreichend erscheinen. Die Regelung funktioniert meist ganz gut bis zum 13-18 Lebensmonat. Dann brauchen viele Babys vor allem zum Abend hin eine längere Wachzeit oder reduzieren auf ein Tagesschläfchen.

Wie kann die Regelung hilfreich sein?

Die Regelung kann euch helfen einen Rhythmus in den Tag zu bringen, ohne auf eine bestimmte Uhrzeit zu achten. Sie bringt also Struktur in den Tag und gibt somit vielen Babys und auch ihren Eltern ein wenig Sicherheit. Wenn sie zu deinem Baby passt, kann sie Übermüdung und „Untermüdung“ (das Wort gibt es nicht, aber du weißt, was ich meine ;-)) vermeiden und somit für angenehmes Einschlafen und ruhigere Tagesschläfchen und Nächte sorgen.

Wird diese 2-3-4 Stunden Regelung auch bei meinem Baby funktionieren?

Ich bin ein großer Fan dieser Regelung und empfehle sie fast allen meinen Klientinnen mit Babys ab 7-8 Monaten, da sie häufig sehr gut funktioniert. Jedoch ist jedes Baby anders und so brauchen einige Babys bereits morgens eine längere Wachzeit. Sehr häufig passt als erste Wachzeit 2,5 Stunden besser, weswegen du vielleicht bei mir auch häufiger von der 2,5-3-4 Stunden Regelung lesen wirst. Manche Babys kommen wiederum noch nicht so gut klar mit einer so langen Wachzeit.

Vor allem Babys die noch kurze Tagesschläfchen haben (30-45 Minuten), haben Schwierigkeiten mit Wachzeiten, die über den Tag länger werden.

Babys, die tagsüber ausreichend schlafen und meist mindestens ein langes Schläfchen von 1,5-2 Stunden haben, profitieren von den immer länger werdenden Wachzeiten, weil sie dafür sorgen, dass zur abendlichen Bettzeit genug Schlafdruck aufgebaut wird.

Ich möchte die 2-3-4 Stunden Regelung ausprobieren, wie gehe ich vor?

Dein Baby sollte mindestens 7-8 Monate alt sein oder bereits auf zwei Tagesschläfchen reduziert haben. Wenn du langsam vorgehen möchtest, kannst du über ein paar Tage die Wachzeiten deines Babys Stück für Stück über den Tag verlängern. Bei Babys die gut mit Veränderungen klarkommen, kannst du die Regelung direkt ausprobieren.

Um zu sehen, ob die Regelung gut zu euch passt, solltest du sie mindestens für ein paar Tage bis eine Woche ausprobieren. Manche Babys brauchen einige Tage um sich an die neuen Zeiten zu gewöhnen.

Darauf solltet ihr unbedingt bei der 2-3-4 Stunden Regelung achten

1. Die meisten Babys brauchen eine längere Wachzeit als 2 Stunden am Morgen. Bereits mit 6 Monaten sind viele Babys so weit, dass sie gut mit einer 2,5 Stunden Wachzeit zwischen zwei Schläfchen klarkommen. Zum Beispiel werdet ihr auch in meiner Facebook-Gruppe häufig nur über die „2,5-3-4 Stunden Regel“ lesen, weil ich sie selbst in der Ausbildung so beigebracht bekommen habe. Einfachheitshalber findet ihr im Internet aber häufig die Bezeichnung 2-3-4 Regelung.

2. Nicht jedes Baby spricht gut auf diese Regelung an. Manche Babys brauchen zum Beispiel nicht soviel Schlaf, wie mit dieser Regelung „vorausgesetzt“ wird. Wenn euer Baby zum Beispiel einen geringeren Schlafbedarf hat, könntet ihr versuchen die Wachzeiten zwar auch über den Tag zu verlängern aber mehr als bei der 2-3-4 Stunden Regelung. Zum Beispiel: 2,5-3,5-4,5. Ihr seht, eventuell müsst ihr auch ein wenig ausprobieren, um die ideale Wachzeiten-Regelung für euer Baby zu finden.

3. Die Zeiten geben wie bei den anderen Wachzeiten für Babys an, wann das Baby eingeschlafen sein sollte. Das heißt zum Beispiel nicht, dass du dein Baby abends nach 4 Stunden Wachzeit für das Bett fertig machen sollst, sondern das es im Idealfall eingeschlafen sein soll. Wenn du weit über diese Zeiten hinausgehst, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Baby übermüdet und Schwierigkeiten mit dem Schlafen hat.

So könnte ein Beispiel-Tagesablauf für ein Baby mit der 2(,5)-3-4 Stunden Regelung aussehen

Mit kurzem Morgen- und langem Mittagsschläfchen:

7 Uhr – Wach

9.30 Morgenschläfchen

10 Uhr – Wach

13 Uhr – Mittagsschläfchen

15 Uhr – Wach

19 Uhr – Abendliche Schlafenszeit

Mit gleichmäßig langem Morgen- und Mittagsschläfchen:

7 Uhr wach

9.30 Uhr – Morgenschläfchen

10.30 – Wach

13.30 Mittagsschläfchen

15 Uhr – Wach

19 Uhr  – Abendliche Schlafenszeit

Hier sind noch ein paar Fragen, die mir besonders häufig von Klientinnen oder Mitgliedern meiner Facebook-Gruppe gestellt werden:

Wie gehe ich mit der Regelung vor, wenn mein Baby morgens immer zu unterschiedlichen Zeiten aufwacht?

Wenn du dich rein nach den Wachzeiten richten möchtest, dann ist es gar nicht so wichtig, ob dein Baby zur gleichen Zeit morgens aufwacht. Du kannst dann einfach jeden Morgen spontan gucken, wann dein Baby aufgewacht ist und nach dieser Aufstehzeit dann die Wachzeiten anpassen.

Mein Baby schläft nur 30 Minuten pro Tagesschläfchen, kann ich trotzdem mit der Regelung arbeiten?

Das ist sehr abhängig vom Baby und es gibt 2 verschiedene Möglichkeiten:

  • Dein Baby ist über 7 Monate, hat 3-4 kurze Tagesschläfchen pro Tag und scheint immer sehr müde. Hier würde ich tatsächlich einfach mal versuchen, ob euch die Regelung nicht sogar helfen könnte, die kurzen Schläfchen zu verlängern. Dir sollte aber bewusst sein, dass dies gerade in den ersten Tagen und der ersten Woche sehr schwer sein kann, weil dein Baby sonst viel kürzere Wachzeiten gewöhnt ist und anfangs durch die Umstellung erstmal vielleicht weniger Schlaf bekommt und dadurch sehr müde sein wird.
  • Dein Baby hat kurze Tagesschläfchen, aber es scheint ihm auszureichen, denn er ist danach gut gelaunt und wirkt nicht müde. In diesem Fall musst du gucken, ob die Regelung zu euch passt. Ich würde es eventuell eine Woche ausprobieren und schauen was mit den Tagesschläfchen und dem Nachtschlaf passiert. Wenn sie sich verschlechtern ist dies eher ein Zeichen, dass dein Baby doch kürzere Wachphasen benötigt. In diesem Fall macht es eventuell auch Sinn, die Wachzeiten weiterhin einigermaßen gleichmäßig über den Tag zu halten.

Mein Baby ist ein absoluter Frühaufsteher (5 Uhr). Wie kann ich die Regelung da anwenden?

In diesem Fall würde ich zuerst abklären, warum dein Baby so früh aufwacht. Häufig ist der Grund eine zu späte Bettzeit am Abend (ich weiß das klingt total paradox, aber Übermüdung kann zum frühen Aufwachen führen). Wenn dein Baby morgens bereits total gut gelaunt ist und mindestens 2 Stunden sehr zufrieden aushält, könnte es aber auch ein Zeichen für zu viel Tagesschlaf oder eine zu frühe Bettzeit sein.